Ein Hundebett, das mitwächst

Frankenpost Artikel vom 17.05.2014

Karin Koblischke aus Helmbrechts verwirklicht ihre Idee und kreiert ein verstellbares Hundebett. Weil die Erfindung weltweit einmalig ist, meldet Koblischke ihren Einfall beim Patentamt an.

Helmbrechts - Womöglich hat Karin Koblischke eine Marktlücke entdeckt. Womöglich hat sie wirklich das erfunden, worauf viele gewartet haben. Vielleicht aber hat sie einfach zu viel Geld, Zeit und Nerven in eine Sache investiert, die sich gar nicht lohnt. Genau wissen kann man das noch nicht. Doch egal, wie groß oder klein ihr Erfolg wird, die 45-Jährige hat das geschafft, wovon viele träumen: Sie hat eine eigene Erfindung auf den Markt gebracht.

Koblischke hat ein mitwachsendes Hundebett erfunden. Die Idee dahinter klingt simpel: Das weiche Nachtlager soll sich der Größe des Vierbeiners anpassen. Es soll sowohl für Welpen als auch für ausgewachsene Hunde geeignet sein. "Alle bisherigen Hundebetten sind auf eine bestimmte Größe ausgelegt, ich wollte aber ein Bett, das man beliebig verstellen kann", erläutert Koblischke. Letzten November fand die Helmbrechtserin die Lösung für das Problem. Damals brachte ihre Labrador-Hündin acht Welpen zur Welt. "Als ich die Welpen verkaufte, wollten viele Leute wissen, was für Hundebetten ich empfehlen würde und wie schnell die Welpen wachsen", erklärt die 45-Jährige. Schnell merkte sie, wie viele Vorteile ein verstellbares Hundebett hätte. "Man müsste nur einmal zahlen und hätte für jede Größe des Hundes ein passendes Lager", erklärt Koblischke. Sie recherchierte lange, fand jedoch nirgendwo etwas Vergleichbares.

Der Gedanke, ein solches Hundebett selber auf den Markt zu bringen, ließ die Helmbrechtserin nicht los. Also griff sie kurzerhand zu einem Stück Karton und fertigte daraus laienhaft ihren ersten Entwurf an. "Ich habe einfach losgelegt, auch wenn ich so etwas noch nie zuvor gemacht habe", sagt Koblischke, die eigentlich Zaun-Elemente verkauft. Da ihr der Karton-Entwurf gefiel, suchte sie einen Schreiner, der ihr bei der praktischen Umsetzung helfen sollte. Ein mühsamer Weg begann, denn die Verwirklichung war schwieriger als gedacht: "Wir haben lange über eine geeignete Methode gegrübelt, mit der man das Hundebett verstellen könnte." Schließlich entschied sich Koblischke für eine Puzzle-Technik.

Aus 15 verschiedenen Holzteilen kann man nun insgesamt drei verschieden große Betten bauen. "Ich wollte, dass es einfach geht, dass jeder in der Lage ist, das Bett alleine zuhause zu bauen und zu vergrößern", erklärt die Erfinderin. Schon mit wenigen Handgriffen kann man ein Bett für Welpen bauen. Wird der Hund größer, kann man das Lager mit zusätzlichen Holz-Teilen erweitern.

Natürlich kann eine tolle Erfindung viel Geld bringen. Doch mit Erfindungen reich werden, können nur wenige. Trotzdem hat sich die Helmbrechtserin entschieden, ihre Idee beim Patentamt in Hof schützen zu lassen. Zuerst stieß sie mit ihrem Vorhaben auf negative Redaktionen. "Der Rechtsanwalt beim Patentamt hat mich ausgelacht", gesteht Koblischke. Doch die 45-Jährige ließ sich nicht unterkriegen: "Man muss an seine Ideen glauben und bereit sein, allen Widrigkeiten zu trotzen." Am meisten motiviert hat sie ihre Tochter, die sie ständig ermutigte, weiterzumachen. Koblischke blieb also dran und setzte sich schließlich durch. Sie beantragte für ihren Einfall ein Gebrauchsmuster. Damit hat sie in Deutschland das alleinige Recht, das Hundebett herzustellen und zu verkaufen.

Karin Koblischke will ihre Erfindung selbst produzieren und vertreiben. Wie viel das Hundebett kosten soll, weiß sie noch nicht. Günstig wird es aber nicht: "In diesem Produkt steckt ganz viel Qualität drin, das hat nun mal seinen Preis." Ob sie damit ihren Lebensunterhalt verdienen möchte? "Schön wäre es natürlich, aber ich bleibe ganz realistisch und setzte nicht zu hohe Erwartungen", erklärt sie. Das Wichtigste habe sie sowieso schon erreicht: "Ich habe meine Idee verwirklicht und nicht aufgegeben, das gibt mir Mut."

 

Das "kleine Patent"

Das Gebrauchsmuster ist der "kleine Bruder" des Patents. Es hat genauso ein Schutzrecht wie das Patent selbst, kostet aber weniger. Das eingetragene Gebrauchsmuster gilt aber nur für Deutschland. Im Unterschied zum Patent gibt es keine europäische und internationale Gebrauchsmuster-Anmeldung. Der Gebrauchsmusterschutz dauert drei Jahre. Er kann auf höchstens zehn Jahre verlängert werden. Ein Patent kann bis zu zwanzig Jahre laufen.